Microsoft hat erstmals ein vom Mediaplayer entkoppeltes Windows-Betriebssystem für Europa in Aussicht gestellt. Damit will der Softwaregigant doch noch eine freiwillige Vereinbarung mit der Europäischen Kommission erzielen und ein Gerichtsurteil vermeiden, berichtet die Financial Times Deutschland (FTD). EU-Wettbewerbskommissar Mario Monti hatte Microsoft im März eine Rekordstrafe von 497 Millionen Euro aufgebrummt, weil der US-Konzern sein Beinahe-Monopol bei PC-Betriebssystemen für die Etablierung seines Mediaplayers missbrauche. Microsoft hat dagegen beim Europäischen Gerichtshof (EuGH) Einspruch erhoben.
Bisher hat Microsoft immer behauptet, der Mediaplayer sei ein integraler Bestandteil des Windows-Betriebssystems. Nun hat der US-Konzern erstmals angekündigt, eine entkoppelte Windows-Version bereit zu stellen, sollte das Gericht die Entscheidung der Kommission bestätigen. Microsoft will vor dem EuGH erreichen, dass die verhängten Auflagen bis zu einer endgültigen Klärung des Falles ausgesetzt werden. Die 497 Millionen Dollar stören Microsoft bei Barreserven von 50 Milliarden Dollar weniger als die verordneten Auflagen. Die Kommission argumentiert hingegen, dass die gesamte Strafe bedeutungslos wäre, wenn die Auflagen erst am Ende eines jahrelangen Rechtsstreits in Kraft treten. Bis dahin habe sich zudem der Softwaremarkt längst weiterentwickelt. Microsoft werde aber jede Entscheidung des EuGH akzeptieren, sagte ein Microsoft-Anwalt der FTD. Es wird erwartet, dass der EuGH im Oktober entscheidet, ob die Auflagen ausgesetzt werden oder nicht.
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