Microsoft will binnen zwölf bis 16 Monaten zehn Mio. Stück der im November in den Handel kommenden Spielkonsole Xbox 360 verkaufen. Dieses Ziel hat der Xbox-Marketingchef Peter Moore in London vorgegeben, berichtet die BBC. Der Konzern peilt mit der Xbox 360 die Marktführerschaft bei den neuen Konsolen an und setzt dabei alles auf einen Frühstart vor der PS3 von Sony im Frühjahr 2006. Der auf die Gamebranche spezialisierte Marktforscher DFC Intelligence glaubt aber nicht an den Vorteil eines Frühstarts und an die PS3 als neuen alten Marktführer. Allerdings werde die Konkurrenz für Sony härter.
Microsoft hat den Frühstart der PS2 vor der ersten Xbox noch immer nicht überwunden und glaubt darin ein Erfolgsgeheimnis zu erkennen. Analysten meinen hingegen, dass es nicht unbedingt klug sei, eine neue Technologie als Erster auf den Markt zu bringen. Dennoch ist sich Microsoft sicher, nicht das Schicksal von Segas Dreamcast zu erleiden.
Die Marktforscher von DFC Intelligence meinen, der frühere Start der Xbox 360 im November 2005 werde überschätzt. Entscheidend sei die Vielfalt der zur Verfügung stehenden Spiele. Hier kann sich der Frühstart von Microsoft als Vorteil erweisen, denn auch die Markentreue zu Sony werde überschätzt. Allerdings habe es Sony in der Vergangenheit sehr gut verstanden, den Playstation-Usern schlicht keinen Grund zum Wechseln zu geben.
Die PS3 werde auch bei der nächsten Konsolengeneration der Marktführer bleiben, prognostiziert DFC Intelligence daher. Sony werde aber Marktanteile einbüßen. Demnach geht der Marktforscher von einem Marktanteil der PS3 von "bestenfalls" 50 Prozent aus. Mit der PS2 hält Sony derzeit weltweit einen Marktanteil von rund 70 Prozent. Microsoft und Nintendo kommen jeweils auf rund 15 Prozent. Mit der Xbox 360 werde Microsoft im besten Fall auf 40 Prozent Marktanteil kommen, Nintendo auf bestenfalls 35 Prozent. DFC Intelligence betont, dass die prognostizierten Marktanteile für sich alleine stehen. Das heißt, wenn Sony den bestmöglichen Marktanteil erreicht, heißt dies nicht zwangsläufig, dass die beiden anderen ihre bestmöglichen Prognosen nicht erreichen können und umgekehrt. In jedem Fall werde die Konkurrenz für Sony härter.
In einem ebenfalls kürzlich veröffentlichten Marktbericht prognostiziert DFC Intelligence weltweite Umsätze mit PC- und Konsolengames von 41,5 Mrd. Dollar bis 2009. Rund 31,6 Mrd. Dollar davon sollen aus dem Geschäft mit herkömmlichen Spielen und der entsprechenden Hardware kommen. Online-Games machen demnach bis 2009 Umsätze in der Höhe von knapp zehn Mrd. Dollar.
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