Bis zu 101 Jahre Haft drohen einem professionellen Phisher in den USA. Der für schuldig befundene 45-jährige Jeffrey Brett Goodin aus Kalifornien ist damit der erste Verurteilte, bei dem der 2003 beschlossene CAN-SPAM Act der US-Regierung zum Tragen kommt. Dieser sieht drastische Strafen gegen Spammer und Phisher vor und soll in der Bekämpfung derartiger Cybercrime-Vergehen eine abschreckende Wirkung zeigen. Goodin wurde unter anderem zur Last gelegt, AOL-Kunden mit gefälschten E-Mails zur Herausgabe ihrer Kredit- und Accountdaten bewegt zu haben. Mit diesen ging der Verurteilte anschließend auf Einkaufstour.
Während E-Mail-Spamming und Phishing-Attacken weiterhin stark ansteigen, streiten Rechtsexperten und Sicherheitsbeauftragte noch über die beste Vorgehensweise gegen Cyberkriminalisten. Einige Vertreter der Branche beurteilen die Vorgehensweise der USA und Kanada durchaus positiv. "Das Beispiel USA und Kanada zeigt, dass drakonische Maßnahmen wie die Androhung von Gefängnisstrafen und hohen Geldstrafen vor Ort greifen", meint etwa Sophos-Sprecher Christoph Hardy gegenüber pressetext. Gleichzeitig räumte er jedoch auch ein, dass eine strengere Gesetzgebung im jeweiligen Land unweigerlich auch zur Verlagerung der Problematik führe.
Als Gegner nationaler Anti-Phishing-Maßnahmen ist in der Vergangenheit unter anderem der Bundesverband Digitale Wirtschaft (BVDW) aufgetreten, der die geplanten Änderungen in der deutschen Gesetzgebung zum Thema Internetsicherheit kritisiert hat.
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